Passstraße

Mont Ventoux

Auf  dem Mont Ventoux der Hitze entkommen

Der Mont Ventoux stand schon lange auf meiner To-Do-Liste. Endlich ist es so weit. Wir machen uns auf, den zweitliebsten Berg der Franzosen, nach dem Mont Blanc, zu erkunden. Er wird auch Géant de Provence (Gigant der Provence) genannt. Uns eher bekannt durch die mörderischen Etappen der Tour de France.

Unsere Etappe auf den Mont Ventoux ist nicht mörderisch, wir erklimmen den Gigant ganz entspannt mit dem Auto und entkommen auf diese Weise für ein paar Stunden der Hitze im Tal. Auf gut ausgebauter, kurvenreicher Straße hinauf zum Gipfel überholen wir einige Radfahrer auf ihren Rennmaschinen. Darunter viele Paare. Er im schneidigen Rennfahreroutfit, schweißgebadet und schwer tretend, sie, locker flockig nebenher, in leichtem Sommerdress aufrecht sitzend auf ihrem Citybike, ohne größere Anstrengung den Gigant hinauffahrend. Das Körbchen auf ihrem Gepäckträger voller Proviant. Dem E-Bike sei Dank.

Auf  fast 1900 m angekommen sind es angenehme 15°C und so atmen wir für die nächste Stunde einmal tief durch. Das Fotografieren geht bei diesen Temperaturen gleich viel leichter von der Hand. 

Blick vom Mont-Ventoux in die Berge
Blickrichtung Mont-Blanc

Auf dem „Berg der Winde“, ein weiterer Name für den Mont Ventoux wird schnell klar, woher der Name stammt. Ziemlich kahl ist es hier oben. Kein Baum, kein Strauch, nur heller Kalkstein. Begeistert von den wüstenähnlichen Verhältnissen und den angenehmen Temperaturen, fotografiere ich mal rechts, mal links, mal oben, mal unten.

Passstraße
mal rechts
Karge Landschaft auf dem Berg
mal links
Paraglider
mal oben
Hund ruht sich aus
mal unten

Der Mont Ventoux (1912 m) gehört geologisch zu den Subalpinen Ketten, einem Faltengürtel, der, ähnlich wie das Juragebirge weiter nördlich, dem Bogen der Westalpen unmittelbar vorgelagert ist. Er ist überwiegend aus Kalksteinen der Unterkreide aufgebaut. An seinen Hängen vereinigt er alle  europäischen Klima- und Vegetationszonen vom Mittelmeer bis Lappland (Wikipedia). Über 1.000 Pflanzenarten und 100 Vogelarten sind auf dem „Berg der Winde“ beheimatet. 1994 wurde daher der Mont Ventoux zu einem Biosphärenreservat („Réserve de la Biosphère“) von der UNESCO erklärt, um diese einmalige Naturlandschaft zu schützen“ (Provence.de).

Radfahrer

Straße zum Gipfel
Straße zum Gipfel
Am Fuße des Mont Ventoux
Auf dem Weg nach Sault

Die Rückfahrt führt uns durch den kleinen Ort Sault, wo wir laut Reiseführer „La vrai Nougat de Sault“ finden können. Ein plomben- und gebissfreundlicher, weicher Nougat aus Lavendelhonig, gebrannten Mandeln und Bourbon-Vanille (Quelle Dumont Reise-Handbuch, Provence Côte d’Azur). Wir nehmen natürlich eine Kostprobe mit. Probieren ihn leider erst auf der Weiterfahrt. Mist, hätten wir doch nur mehr von dem leckeren Zeug mitgenommen.

Hinter Sault biegen wir auf die D942 ab und nehmen als weitere Attraktion an diesem Tag, den Weg durch die fast 400 m tiefe Gorges de la Nesque. Nicht so bekannt wie der Gorges du Verdon aber nicht minder spektakulär. Dieser Abstecher war nicht geplant, ein Wegweiser hat uns auf die Gorges aufmerksam gemacht. Ganz spontan nehmen wir also an diesem Tag ein weiteres Highlight mit.

Blick in die Gorges de la Nesque

Zufrieden kehren wir am Abend in unser Urlaubsdomizil zurück. Es war ein schöner Tag. Wir durften viel Neues entdecken.

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