Nutrias schwimmen durch einen Bach

3+1 Bonus Mikroabenteuer im Bergischen Land und etwas Mathematik

Es sind die kleinen Spazierwanderungen oder auch Mikroabenteuer, die uns in der Pandemiezeit bei Laune halten. Dafür machen wir uns erst am frühen Nachmittag auf, fahren ins Bergische Land nahe Köln und laufen eher kurze Runden. Dabei sind uns das aufgeregte Vogelgezwitscher jetzt im Vorfrühling, die frische Luft und die Sonne, falls sie sich zeigt, bereits genug.

1. Der Gustav-Heinemann-Weg bei Velbert

Rundweg „Gustav-Heinemann-Weg“

Start/Ziel: Parkplatz an der S-Bahnstation „Nierenhof“

w3w: einerseits.ungern.frisiert

Schwierigkeit: mittel

Barrierefrei: nein

https://www.neanderland.de

Länge: 8,4 km

Dauer: 2 Stunden

Höhendifferenz:  350 m

Der Gustav-Heinemann-Weg ist die zweite von insgesamt 26 abwechslungsreichen Entdeckerschleifen im Neanderland, die wir uns vornehmen. Die Entdeckerschleife „Biohöfe im Windrather Tal“ haben wir uns bereits im letzten Jahr erwandert. Diesmal sind wir im Winter losgezogen und haben noch so gerade den letzten Schnee bei Minusgraden erwischt. Eine Woche später am Eifgenbach zeigte das Thermometer schon 20°C.

Unser Auto parken wir am S-Bahnhof „Nierenhof“ und gehen die Runde im Uhrzeigersinn.

Wir werden in unserer Region nicht oft mit Schnee verwöhnt, daher freuen wir uns über die weiße Landschaft und den knirschenden Schnee unter unseren Sohlen. Die landschaftlich abwechslungsreiche Runde führt uns zunächst recht eben durch das Naturschutzgebiet im Felderbachtal am gleichnamigen Felderbach entlang, hält aber im weiteren Verlauf noch einen unerwartet knackigen Anstieg für uns bereit.

 Zum Glück fällt der Pfad danach wieder ab, zunächst durch einen Laubwald, dann durch ein bezauberndes, in unserem Falle noch schneebedecktes Tal.

Bevor wir unser Auto erreichen, werden wir noch ein ganzes Stück durch die Ortschaft Bonsfeld an der Hauptstraße entlang geführt und wenig später laufen wir hinter alten aber fotogenen Fabrikgebäuden vorbei.

Namensgeber für diesen Rundweg war übrigens Gustav-Walter Heinemann, dritter Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, der entlang des Felderbachs spazierte, wenn er bei Sohn und Enkel zu Besuch war.


2. Der Eifgenbach bei Burscheid

Rundweg „Eifgenbach Runde“

Start/Ziel: Wanderparkplatz „Hammerweg“

w3w: versetzung.führen.fotografieren

Schwierigkeit: mittel

Barrierefrei: nein

Eifgenbachweg

Länge: 4,7 km

Dauer: 1,5 Stunden

Höhendifferenz:  120 m

Der 20 Kilometer lange Eifgenbach und seine Seitentäler sind seit 2004 Naturschutzgebiet und ein bekanntes Wandergebiet. Die Runde entlang des Eifgenbaches ist daher sehr beliebt. Wir haben einigen Traffic auf dem Weg, was sicherlich auch an dem ersten warmen Vorfrühlingstag liegt.

Mir schwant Böses (dabei sind wir erst ein paar Meter gegangen) als ich die Serpentinen des recht steilen Abstieges gleich zu Beginn des Weges sehe. Das bedeutet, dass es am Ende auch einen Anstieg geben muss, der, wie wir später feststellen, ebenso steil ausfällt. Aber bis dahin bleibt uns noch ein wenig Zeit den ursprünglichen Eifgenbach zu genießen, der eine ganze Weile neben unserem Weg dahinplätschert. Um einen kleinen Zufluss des Eifgenbaches trockenen Fußes zu queren, müssen wir über lose Steine balancieren. Ein paar Meter weiter gibt es dann eine stabile Holzbrücke über den Eifgenbach. Der Rückweg führt uns auf halber Höhe am Hang vorbei, schöne Ausblicke auf den Bach inklusive. Und dann kommt der erwartete Aufstieg….

Zwei Wochen später sind wir die idyllische Runde ein weiteres Mal gegangen, diesmal mit einer guten Freundin und Wanderneuling. Ihr gefällt die Runde am Bach entlang, das leise Plätschern, das uns fast den ganzen Weg begleitet. Und da habe ich diesmal vor lauter Quatschen doch glatt den Anstieg verpasst.

Bereits im Auto und auf dem Heimweg kommt von Hinten die Frage, ob sie uns denn nochmal begleiten darf. Klar darf sie.


3. Große Ledder bei Wermelskirchen

Rundweg „Große Ledder Runde“

Start/Ziel: Am Freizeithotel „Große Ledder“

w3w: wiese.anschlossen.arbeitgeber

Schwierigkeit: mittel

Barrierefrei: nein

Länge: 5,2 km

Dauer: 1,5 Stunden

Höhendifferenz:  90 m

Wir haben einen freien Nachmittag in der Woche gleich für ein weiteres Mikroabenteuer genutzt. Dieses führt uns zum „Große Ledder“, ein kleiner See, versteckt im Wald.

Wir finden am gleichnamigen Freizeithotel „Große Ledder“ viele freie Parkplätze vor, da das Hotel wegen Corona vorübergehend schließen musste. Von hier starten wir unsere kleine Runde und tauchen nach ein paar Schritten bereits in den Wald ein. Der See liegt ruhig in einem Talkessel und die Bäume am gegenüberliegenden Ufer spiegeln sich auf der glatten Wasseroberfläche. Hier begegnen wir zwei jungen Anglern, die in ihren Klappstühlen, mit ausgeworfenen Angeln darauf warten, dass ihr Abendessen vorbei schwimmt. Im weiteren Verlauf des Weges treffen wir keine Menschenseele.

Wir lassen den kleinen See hinter uns und spazieren über naturbelassene holprige Pfade durch den noch winterkahlen Wald. Auf einem Baumwipfel mache ich einen Greifvogel aus, der sich durch uns aber nicht aus der Ruhe bringen lässt und unbeirrt von oben den Waldboden nach verdächtigen Bewegungen abscannt. Da wollen wir natürlich nicht weiter stören und geben ihm die Sicht schnell wieder frei.

Wenn ich nach den verfügbaren Informationen im Internet auf die Bekanntheit eines Weges schließen kann, dann ist der kleine Leddersee noch so etwas wie ein Geheimtipp.


+1 Bonus Mikroabenteuer „Erlebnisroute R(h)ein und raus“

Rundweg „Erlebnisroute R(h)ein und raus“

 

Start/Ziel: Wanderparkplatz „Piels Loch“

w3w: haarschnitt.zukünftig.ausreisen

Schwierigkeit: mittel

Barrierefrei: ja

www.auenblicke.de

 

Länge: 5,2 km

Dauer: 1,5 Stunden

Höhendifferenz:  90 m

Wenn du gerne Tiere beobachtest, dann kann ich dir diese außergewöhnlich schöne Runde wärmstens empfehlen. Ich habe Reiher, Meisen, Enten, Gänse, Nutrias und sogar einen Eisvogel, meinen ersten überhaupt, vor die Linse bekommen. Unsere tierischen Beobachtungen auf diesem Weg habe ich als Tourentipp für das Wandermagazin zusammengefasst. Mittlerweile bin ich schon so etwas wie ein Stammgast in der Urdenbacher Kämpe geworden, die Kamera immer im Anschlag.


Und nun noch ein wenig Mathematik

Zum Abschluss habe ich noch ein wenig Mathematik für dich.

Wir haben in kürzester Zeit drei plus ein Mikroabenteuer erlebt, da stellt sich mir doch die Frage:

„Ergeben nun drei plus ein Mikroabenteuer, ein Makroabenteuer?“

Die Mathematik ist ja was Feines, da darf man einfach mal eine These in den Raum stellen, die anschließend bewiesen werden muss. Und das mache ich hiermit einfach mal, also eine These in den Raum stellen:

Ich definiere: 3 + 1 Mikroabenteuer = 1 Makroabenteuer

18,3 km + 6,0 km = 24,3 km, wenn das mal kein Makroabenteuer ist!

Bist Du mit meiner Beweisführung einverstanden, oder kommst Du auf eine andere Lösung?


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