Heide-Hügel-Herbst – Traumpfad Wacholderweg

Abwechslungsreiche Landschaft, gut markierte Wege und Erholung pur; verdient auch der "Wacholderweg" die Auszeichnung – Traumpfad? Um das herauszufinden sind wir in die Osteifel ins nördliche Rheinland-Pfalz gefahren. Hier startet in dem kleinen Dorf Langscheid der Traumpfad „Wacholderweg“. Zertifiziert vom Deutschen Wanderinstitut und ausgezeichnet mit dem Deutschen Wandersiegel.

Der Herbst

Ende September. Am Himmel dominiert Pegasus, das Herbstviereck. Ein Quadrat aus den Sternen Markab, Scheat, Algenib und Sirrah. Das „Pegasusquadrat“ kündigt aber nicht allein den Herbst am Firmament an, es gesellen sich noch weitere Herbstbilder dazu.

Und auf der Erde? Hier malt der Herbst bald buntes Laub und goldenen Sonnenschein. Die Tage werden  kürzer und die Abende kühler. Meine liebste Jahreszeit beginnt. Und die schönste Zeit zum Wandern.

Die Osteifel

Die Osteifel wird von den Flüssen Ahr, Rhein und Mosel begrenzt. Auch das bekannte Benediktinerkloster Maria Laach am Ufer des Laacher See’s gelegen befindet sich in der Osteifel.

Wir verlassen heute unseren grauen Alltag und fahren in das kleine Dorf Langscheid am Wabelsberg. Seit der Hochwasserkatastrophe im Juli sind wir zum ersten Mal in Richtung Eifel unterwegs. Die A 61 ist seit Anfang der Woche in Richtung Koblenz auf zwei Fahrspuren wieder freigegeben. Für den Rückweg müssen wir uns allerdings einen anderen Weg ausgucken, dort dauern die Reparaturarbeiten noch an.

Wir verlassen die A 61 bei der Abfahrt Wehr/Nürburgring.   

Die Straßen sind nun kurvig, die Wiesen frisch gemäht und das Heu zu Ballen geformt. Der Himmel ist blau, die Luft ist mild, so malerisch haben wir die Eifel selten erlebt.

 

Der Wacholderweg

 

Rundweg: Traumpfad „Wacholderweg“  
Start/Ziel: Parkplatz an der Wacholderhütte
w3w: stimmte.lagerte.landet
Schwierigkeit: mittel
Barrierefrei: nicht durchgängig Hunde: erlaubt
www.traumpfade.info.de
Länge: 8,8 km
Dauer: 3 Stunden
Höhendifferenz:  264 m  

In Langscheid auf dem Wabelsberg angekommen parken wir bei der Wacholderhütte, schnüren unsere Wanderstiefel, schultern Verpflegung und Fotoausrüstung und begeben uns auf den 8,8 Kilometer langen Traumpfad „Wacholderweg“.

Gleich hinter der Wacholderhütte tut sich auch schon die erste große Heidefläche auf. Doch die einst lila Pracht ist fast verblüht. Auf der Kuppe flattert eine Fahne im Wind. Ich bin neugierig, was mich dort erwartet und suche mir einen Pfad durch die renaturierten Flächen von Wacholderheide.

Die Fahne markiert den Heidegarten am Wabelsberg. Von hier oben lasse ich meinen Blick in die Ferne über unzählige grüne Hügel schweifen.

Wieder zurück auf dem Hauptweg läuft unsere mittlerweile 14-jährige Reisebegleitung bereits von Schatten zu Schatten. Die erste Bank an der wir vorbeilaufen ist schon belegt, doch Merlin setzt sich demonstrativ vor die Nächste, als wolle er sagen:“ Schau, ich habe eine freie Bank für uns gefunden, lass uns hier rasten und dann kannst du auch gleich ein paar Leckerlis rausrücken“.

„Nichts da, dafür ist es noch viel zu früh, ein paar Schritte musst du wohl noch gehen“, höre ich mich laut und deutlich auf seinen Hundeblick antworten.

 

 

Das Nettetal

Im weiteren Verlauf des Weges wechseln sich sonnige und schattige Passagen ab. Nach etwa 2,5 km erreichen wir die Heidefläche auf dem Büschberg. Rechterhand führt ein schmaler Pfad einen kleinen Hügel hinauf. In der Mitte des Pfades steht ein großer Findling. Bei näherer Betrachtung entdecke ich eine kleine Metalltafel mit der Inschrift:

Naturschutzprojekt 2005 – 2010

„Wir danken der Europäischen Union und dem Land Rheinland-Pfalz für ihre Unterstützung, die Wacholderheiden in der Osteifel zu erhalten.“

Diesem Dank kann ich mich nur anschließen.

Ebenfalls auf dem Hügel, befindet sich in exponierter Lage eine Relaxliege mit einem weiteren Bilderbuchblick über die Eifel. Doch, ……upps, gerade noch rechtzeitig bemerke ich, dass die Bank bereits belagert wird; dann schmeiß ich meinen Rucksack besser nicht schwungvoll über die Lehne.

Zwischen Büschberg und Nettetal besteht die Möglichkeit, den Wacholderweg mit dem Traumpfad "Bergheidenweg" zu kombinieren. Doch das ist mittlerweile keine Option mehr für uns, die knapp 20 Kilometer schafft Merlin nicht mehr. Dieses Türchen werden wir wohl ein anderes Mal wandern.

 

Es gibt fast so viele Bänke und Relaxliegen wie Wegmarkierungen mit dem typischen Traumpfadsymbol auf der Runde, doch um die Mittagszeit, unser Weg schlängelt sich gerade durch den geheimnisvollen Wald ins Nettetal hinab, entdecke ich nur eine einzige Bank und die ist mal wieder……….BESETZT. Merlin und mir knurrt inzwischen laut hörbar der Magen.

Nach etwa der Hälfte der Strecke, die Uhr zeigt inzwischen halb zwei, haben wir endlich Glück. Von Weitem erspähe ich eine Relaxliege. Leider liegt sie noch im Schatten. Doch diesmal entledige ich mich meines Fotorucksacks, lasse mich vor lauter Hunger auf der gegenüberliegenden Wiese im Schneidersitz nieder, drehe meinen verschwitzten Rücken in Richtung Herbstsonne und will auch gleich nach unserer Verpflegung kramen, da hat Merlin seine Nase schon im Verpflegungsrucksack vergraben. Der alte Mann (damit meine ich natürlich den Hund) bekommt schnellstmöglich sein Trockenfutter, in dem sich ein paar Leckerlis verstecken und für uns gibt es heute pikant eingelegtes Putengeschnetzeltes auf Basmatireis, morgens frisch gekocht, mittlerweile aber abgekühlt.

So gestärkt gehen wir die Schlussetappe an. Vor uns rattert ein stinkender Traktor mit Mähbalken. Er hält den angenehm weichen Wiesenpfad in Schuss.

Doch bald schon führt der Weg knackig bergauf, der finale Anstieg aus dem Nettetal heraus liegt vor uns.

Draußen nur Kännchen

Wir erreichen unseren Ausgangspunkt, die Wacholderhütte, und Thomas lässt die Wanderung mit einem Stück schwäbischen Apfelkuchen und einem Kännchen Kaffee ausklingen. Es hätte auch moderne Kaffeespezialitäten wie Cappuccino oder Latte Macchiato auf der Terrasse gegeben, aber ihm war heute ganz klassisch nach Kaffee aus dem Kännchen, wir sitzen ja draußen.

Fazit

Wanderungen auf den Premium Wanderwegen sind immer ein Erlebnis. Und da macht auch der Traumpfad Wacholderweg keine Ausnahme. Immer wieder haben wir uns unterwegs angeschaut und betont wie schön der Weg doch ist. Ich liebe diese Wanderungen. Und ich liebe den Herbst. Die Temperaturen sind angenehm und die Natur zeigt nochmal ihre ganze Pracht.

Auch Merlin hat der Traumpfad gefallen, so tapfer wie er mitgelaufen ist. Diese Leistung wird natürlich belohnt und so gibt es für ihn am Abend noch einen ganz besonders leckeren Kauknochen, den er auch gleich hinaus in den Garten schleppt und unter dem herbstlichen Sternenhimmel genießt.

 

 

 

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